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Saturday | 7 February 2015

HfK-Studentin Daniela Reina Téllez mit Bockmeyer-Reisestipendium 2015 ausgezeichnet

Ungewöhnliche künstlerische Reise durch den Schengen-Raum

Ungewöhnliche künstlerische Reise durch den Schengen-Raum als Spurensuche nach der eigenen Kultur und Reflexion von Heimat, Aufbruch, Gehen und Bleiben

Daniela Reina Téllez ist Preisträgerin des Heinz Arnold Bockmeyer-Reisestipendiums 2015 an der Hochschule für Künste Bremen. HfK-Rektor Prof. Herbert Grüner und Jury-Mitglied Professorin Andrea Sick verliehen die Auszeichnung heute (7.2.2015) an die Studentin im Studiengang Freie Kunst im Rahmen der Eröffnung der HfK-Hochschultage.

Mit dem von Heinz Arnold Bockmeyer begründeten und mit 3000 € dotierten Reisestipendium ermöglicht die Bockmeyer-Stiftung alljährlich einem Studierenden oder Absolventen der HfK eine Reise zur Realisierung eines künstlerischen Projektes.

Die Preisträgerin 2015 Daniela Reina Téllez setzt sich in ihrer Projektidee „Home wasn‘ built in a day“ mit den Themen Heimat, Migration, Zugehörigkeit, Gehen und Bleiben auseinander und begibt sich gleichzeitig auf Spurensuche ihrer eigenen Kultur und der Rituale und Mythen ihrer Vorfahren. Die in Bogota (Kolumbien) geborene Künstlerin hat ihre Heimat 2013 verlassen und reflektiert die Erfahrung von Trennung, des Reisens und der Suche nach Neuem im Fremden.

Daniela Reina Téllez plant von Deutschland durch den Schengen-Raum zu wandern. Sie will Göpekli Tepe in der Türkei erreichen. Göpekli Tepe ist ein südostanatolischer prähistorischer Fundort, an dem sich immer wieder nomadische Stämme periodisch getroffen haben, Tempel errichtet haben, und so vorrübergehend oder längerfristig sesshaft wurden.
Während der Reise, die die Künstlerin durch Ton-, Bild- und Videoaufzeichnungen dokumentieren möchte, wird sie eine Art Kleid tragen, welches zusätzlich als Zelt benutzt werden kann. Ein solches Kleid tragen die Frauen des indigenen Stammes Wayuu, die im Norden Kolumbiens wohnen Die Wayuu-Mädchen werden durch ein Initiations-Ritual, welches besagt, dass sie für ein bis fünf Jahre nicht das Haus verlassen dürfen, zur Frau.

Daniela Reina Téllez setzt sich auf ihrer Reise mit diesem Initiations-Ritual und den Mythen um ihre Vorfahren auseinander, aber nicht in dem sie zu Hause bleibt, sondern in dem sie nach draußen geht und das Zuhause als Zelt mit sich herumträgt. Das heißt: das Zuhause ist immer dabei. Auf ihrer Reise wird sie verschiedene Ökodörfer und alternative Lebensgemeinschaften in Tschechien, Ungarn, Slowenien, Italien, Griechenland und der Türkei besuchen. Ihr Interesse gilt dabei den Lebensweisen und –strukturen der unterschiedlichen Sippen.

Die Jury hat an diesem Projekt die Ausarbeitung und Dokumentation des Reisevorschlags sehr überzeugt. Das Ineinandergreifen von theoretischer inhaltlicher, persönlicher und ästhetisch formaler Ebene wird als sehr gelungen bezeichnet. Nicht zuletzt schien diese Reise als Wanderung durch den Schengen-Raum der Jury auch als das größte Abenteuer unter den insgesamt 17 eingereichten Wettbewerbsvorschlägen.
Der Jury gehörten an Klaus Wischmann (Loge zum silbernen Schlüssel), André Koyer (Loge zum silbernen Schlüssel), Fanny Gonella (Künstlerische Leitung Künstlerhaus Bremen), Markus Löffler/Andre Korpys (Professoren Studiengang Freie Kunst), Andrea Sick (Professorin für Medien- und Kulturtheorie).