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Monday | 19 January 2015

Hohe Auszeichnung für Younghi Pagh-Paan

Komponistin und langjährige HfK-Professorin mit Preis der Europäischen Kirchenmusik 2015 geehrt
© Harald Rehling

Die aus Südkorea stammende Komponistin und langjährige Professorin der Hochschule für Künste Bremen Younghi Pagh-Paan erhält in diesem Jahr den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Europäischen Kirchenmusik. Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt Pagh-Paan mit dieser Auszeichnung für ihre herausragenden Verdienste um Komposition und Lehre zeitgenössischer Musik sowie für ihre musikalisch einzigartigen interkulturellen Visionen.

Younghi Pagh-Paan wurde 1945 in Cheogju (Südkorea) geboren. Bereits als Kind lernte sie sowohl westliche als auch traditionelle koreanische Musik kennen, die ihren frühen musikalischen Horizont prägte. Durch ein Stipendium des DAAD kam sie 1974 nach Deutschland, wo sie bei Klaus Huber, Brian Ferneyhough, Peter Förtig und Edith Picht Axenfeld studierte. Nach Gastprofessuren an den Musikhochschulen Graz und Karlsruhe wurde Younghi Pagh-Paan 1994 als Professorin für Komposition an die Hochschule für Künste Bremen berufen, wo sie über 16 Jahre lang bis zu Ihrer Emeritierung 2011 lehrte. In Bremen gründete sie auch das „Atelier Neue Musik“, das sie bis 2011 leitete. Younghi Pagh-Paan erhielt eine Vielzahl internationaler Auszeichnungen und wurde 2009 zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin gewählt. 2011 verlieh ihr der Senat der Freien Hansestadt Bremen die Senatsmedaille für Kunst und Wissenschaft.

Mit dem Preis der Europäischen Kirchenmusik werden seit 1999 Interpreten und Komponisten für wegweisende Leistungen im Bereich der Geistlichen Musik ausgezeichnet. Zu den bisherigen Preisträgern gehören die Komponisten Petr Eben, Sofia Gubaidulina, Klaus Huber, Arvo Pärt, Krzysztof Penderecki, Dieter Schnebel und Hans Zender. Zu den Geehrten gehören auch die Dirigenten Frieder Bernius, Marcus Creed, Eric Ericson und Helmuth Rilling, der französische Organist Daniel Roth, Kammersänger Peter Schreier, der Musikwissenschaftler, Dirigent und Komponist Clytus Gottwald und der Thomanerchor Leipzig.

Younghi Pagh-Paans Bekenntnis zu ihrem Herkunftsland Korea und ihr musikalisches Konzept, Elemente traditioneller koreanischer Musik mit den Techniken „westlicher“ neuer Musik zu verbinden, spiegeln sich in ihren künstlerischen Produktionen wider. Bewusst vereint sie in ihrem Schaffen Gegensätze, um die Welt perspektivisch zu erfassen: „In der Tiefe oder Dunkelheit ist nicht nur Schrecken und Tod, sondern auch Rettung und Licht. Das ist Glauben. Deshalb will ich das Licht suchen, in der Musik und im Leben.“ Die Frage nach dem Eigenen und dem Fremden löst sich auf, Religion und Kultur sind nicht an nationale Grenzen oder persönlichen Besitz gebunden; sie gehören allen Menschen.