Kunst und Design
Ricardo Alves Ferreira Nunes
Fotografie
- Study programme Integriertes Design
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- (Block B) GHOSTS, Fotografie und Bücher In this course, we will collectively develop a photographic work and an accompanying photobook. The objective is to evolve the photo series and the book layout as a holistic unit. The theme is: Ghosts and the Supernatural. In folklore, a ghost is typically understood as a being with supernatural abilities and human traits that "haunts" – appearing to people in various ways. However, ghosts are often also manifestations of the human psyche: fears, impulses, or repressed memories. Similarly, the absence of life, an eerie emptiness, or digital "glitches" can evoke a sense of the supernatural. In contemporary photography, this theme is a recurring motif. We will analyze various photobooks that have approached the subject in manifold ways. The course is divided into two parts: • Thursday: A photography plenum focusing on practical exercises regarding photographic styles and the arrangement of image sequences. Sequencing, in particular, is an essential component of bookmaking. • Friday: We focus on the medium of the book, actively working on content, concept, and layout. Other media formats are also welcome. Ghosts have been present since the dawn of photography in the 19th century. Early spirit photography (e.g., William H. Mumler in the 1860s) was often based on fraud, showing subjects with deceased loved ones to capitalize on grief. Yet these images are more than mere horror – they awaken longings and desires for a connection to the afterlife. While modern film culture often portrays ghosts as monstrous entities (from Ghostbusters to The Witch), philosopher Mark Fisher (Ghosts of My Life) opens a different perspective. He argues that 21st-century culture has become incapable of imagining new futures. Instead, it is haunted by the ghosts of the past ("retromania") and "lost futures" (the unfulfilled promises of modernity). Fisher employs the term Hauntology*, coined by Jacques Derrida, to describe the idea that we are possessed by the specters of history. --- In diesem Kurs erarbeiten wir gemeinsam eine Fotoarbeit sowie ein begleitendes Fotobuch. Ziel ist es, die Fotoserie und das Buchlayout als ganzheitliche Einheit zu entwickeln. Das Thema lautet: Geister und das Übernatürliche. Der Volksglaube versteht unter einem Geist meist ein Wesen mit übernatürlichen Fähigkeiten und menschlichen Eigenschaften, das „spukt“ – also den Menschen in irgendeiner Weise erscheint. Doch Geister sind oft auch Manifestationen der menschlichen Psyche: Ängste, Triebe oder verdrängte Erinnerungen. Ebenso können die Abwesenheit von Leben, eine unheimliche Leere oder Glitches ein Gefühl des Übernatürlichen erzeugen. In der zeitgenössischen Fotografie begegnet uns dieses Thema immer wieder. Wir werden diverse Fotobücher analysieren, die sich dem Thema auf vielfältige Weise genähert haben. Der Kurs wird zwei geteilt sein, am Donnerstag haben wir ein Fotografie-Plenum. Wir werden praktische Übungen zu fotografischen Stilen und zum legen von Bildsequenzen machen. Denn insbesonde das Sequencieren ist essentieler Bestandteil beim erstellen von Büchern. Am Freitag konzentrieren wir uns auf das Medium Buch, wir Arbeiten dort Aktiv am Inhalt, Konzept und Layout. Auch andere Medien sind denkbar. Seit den Anfängen der Fotografie im 19. Jahrhundert sind Geister präsent. Die frühe Geisterfotografie (z. B. William H. Mumler in den 1860er-Jahren) basierte oft auf Betrügereien, die Porträtierte mit Verstorbenen zeigten, um daraus Kapital zu schlagen. Doch diese Bilder sind mehr als nur Grusel – sie wecken Sehnsüchte und Wünsche nach einer Verbindung zum Jenseits. Während die moderne Filmkultur Geister oft als monströse Erscheinungen darstellt (von Ghostbusters bis The Witch), eröffnet der Philosoph Mark Fisher (Ghosts of My Life) eine andere Perspektive: Er argumentiert, dass die Kultur des 21. Jahrhunderts unfähig geworden sei, neue Zukünfte zu entwerfen. Stattdessen werde sie von den Geistern der Vergangenheit („Retromanie“) und den „verlorenen Zukünften“ (den nicht eingelösten Versprechen der Moderne) heimgesucht. Fisher nutzt hierfür den von Jacques Derrida geprägten Begriff der Hauntologie* – die Vorstellung, dass wir von den Geistern der Geschichte besessen sind. Heute ist die Künstliche Intelligenz das Gespenst der Neuzeit. Wie von Geisterhand schreibt sie Gedichte oder wissenschaftliche Artikel. Sie lässt uns mit Toten kommunizieren (Was würde Hannah Arendt sagen? (Die Zeit, Nr. 47/2025))oder erledigt profane Aufgaben. Gleichzeitig warnen Forscher aktuell vor einer „Phantom-Armee“ aus tausenden KI-generierten Usern, die in sozialen Medien einen künstlichen Konsens der Gesellschaft vorgaukeln.