Im sozialen Zusammenleben stellt Kleidung ein entscheidendes nonverbales Kommunikationsmittel dar. Ein komplexes System von vestimentären Codes ermöglicht uns, Rückschlüsse auf die soziale Schicht, Berufsgruppe, eine spezielle Gruppenzugehörigkeit oder Interessenschwerpunkte zu ziehen. Im öffentlichen Leben ist der vestimentäre Code signifikant: Staat, Militär, und Kirche zeigen bewussten Einsatz von Kleidung, um den Rang und Stellung ihrer Mitglieder zu verdeutlichen. Der König, der Papst, Feuerwehrmenschen und Bräute erfahren eine Kostümierung, die ihre Rolle für alle sichtbar macht.
In diesem Kurs geht es um vestimentäre Codes, denen wir täglich in unserer Kleidung begegnen. Wir fragen uns, was sie über uns aussagen und wie wir mit ihnen künstlerisch/gestalterisch umgehen können. Wir probieren Zu- und Umgänge mit Theorie und Text, die sich mit der Praxis verweben. Es wird Texte auf deutsch und englisch geben. Wir werden lesen und in der Seminarpraxis einen Umgang mit dem Stoff üben. Wir beziehen uns auf Alltagskleidung, Bühnenkostüm, Modekostüm und (Dress)Codes, die damit verbunden sind. Wir werden uns kleiden, Fragen stellen, verhandeln, schreiben und zeigen. Wir nehmen auseinander, untersuchen, hinterfragen und betrachten Kontexte. Beispiele aus der eigenen Praxis sind erwünscht. Theorie ist nämlich auch Praxis.
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